Friedrich Wilhelm Raiffeisen - Würdigung eines besonderen Visionärs

Friedrich Wilhelm Raiffeisen - Würdigung eines besonderen Visionärs

  • 17.04.2018 11:40
  • Marc Ruoß
  • Akademie

Am 30. März 2018 jährt sich der Geburtstag Friedrich Wilhelm Raiffeisens zum 200ten Mal. Ein guter Anlass, um das Wirken und Schaffen von “Vater Raiffeisen”, wie er bereits Zeit seines Lebens von Genossenschaftler anerkennend genannt wurde, zu würdigen. Solidarität und Hilfe zur Selbsthilfe bildeten die Grundsäulen der genossenschaftlich organisierten Darlehnskassen. Durch das Einsammeln von Spargeldern und zur Vergabe von Darlehen an die Mitglieder erreichte er eine deutliche Verbesserung der Lebensumstände zur damaligen Zeit.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen wurde 1818 in Hamm an der Sieg als Sohn des dortigen Bürgermeisters, eines protestantischen Landwirts, geboren. Ab 1845 begleitete Raiffeisen das Amt des Bürgermeisters in der Landgemeinde Weyerbusch, wenig später in Flammersfeld und schließlich in Heddesdorf bei Neuwied. Er gilt – neben Hermann Schulze-Delitzsch – als der zweite bedeutende Gründervater der deutschen Genossenschaften.

Veranlasst durch die Hungersnot im Winter 1846/47 gründete Raiffeisen als junger Bürgermeister im in Weyerbusch den „Verein für Selbstbeschaffung von Brod und Früchten“. Mit Hilfte privater Spenden kaufte er Mehl; in einem selbst errichteten Backhaus wurde Brot gebacken, das auf Vorschuss an die Bedürftigen verteilt wurde. Der „Brodverein“ sowie der 1849 gegründete „Flammersfelder Hülfsverein“ und der „Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein“ von 1854 waren vorgenossenschaftliche Zusammenschlüsse auf karitativer Grundlage.

Nachdem Raiffeisen erkannt hatte, dass auf Dauer eine erfolgreiche Arbeit nur durch gemeinschaftliche Selbsthilfe wirksam sein konnte, gründete er 1864 den Wohltätigkeitsverein in den Heddesdorfer Darlehnskassen-Verein um. Damit entstand die erste ländliche Genossenschaft.

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte entwickelte sich auf Grundlage der Ideen Raiffeisens die leistungsfähige, für die Agrarwirtschaft und ländliche Bevölkerung unentbehrliche Raiffeisen-Organisation.

Gemäß seinem Motto: „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“ wurde seine Idee zu einer weltweiten Erfolgsgeschichte. Inzwischen sind über 1 Milliarde Menschen in Genossenschaften organisiert.

Quelle: Raiffeisen Gesellschaft

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